Auflösezeichen (♮)

Auflösezeichen (♮)

Das Auflösungszeichen (♮) (auch: Auflösezeichen) ist ein zentraler Bestandteil der westlichen Musiknotation. Seine Funktion ist es, eine bereits bestehende Tonhöhenänderung aufzuheben.


II. Erweiterte Erklärung

In geschriebener Musik kann ein Ton auf zwei Arten verändert werden:

  • Erhöhung: Das Kreuz ($\sharp$) erhöht den Ton um einen Halbtonschritt. Zum Beispiel wird aus einem F ein F$\sharp$ (Fis) oder aus einem G ein G$\sharp$ (Gis).
  • Erniedrigung: Das B ($\flat$) erniedrigt den Ton um einen Halbtonschritt. Zum Beispiel wird aus einem A ein A$\flat$ (As) oder aus einem G ein G$\flat$ (Ges).

Diese zwei Vorzeichen können in zwei Varianten auftreten:

  1. Generalvorzeichen: Stehen am Anfang der Notenzeile und gelten für das gesamte Stück.
  2. Versetzungszeichen: Stehen direkt vor einer Note innerhalb eines Taktes und ändern nur diesen Ton in diesem Takt.

Das Auflösungszeichen ($\natural$) wird immer dann eingesetzt, wenn der Musiker wissen muss, dass eine Erhöhung oder Erniedrigung (durch $\sharp$ oder $\flat$) in diesem Moment nicht gilt. Die Wirkung von B oder Kreuz wird "ausgelöst", daher der Name "Auflösungszeichen".

Beispiel: Wenn ein Kreuz als Generalvorzeichen ein Fis festlegt, und der Musiker nun ein Auflösungszeichen ($\natural$) vor dem F sieht, weiß er, dass das Generalvorzeichen an dieser Stelle außer Kraft gesetzt ist und das F wieder ein "normales" F ist.

Wie das Versetzungszeichen gilt das Auflösungszeichen immer nur für den Takt, in dem es geschrieben steht. Sobald der Takt endet (nach dem Taktstrich), gelten automatisch wieder die Regeln der Generalvorzeichen am Anfang der Zeile bzw. am Anfang des Stückes.

III. Kommentar

Unser didaktisches Programm legt den Fokus klar auf die Beherrschung der 12 Notennamen, bevor wir uns der Notenschrift zuwenden. Dies schafft ein unverzichtbares Fundament, das auf jedes westliche Instrument übertragbar ist, da die zugrundeliegende Tonstruktur auf allen westlichen Instrumenten die gleiche ist.

Schritt 1: Den Ton benennen können (Alle 12 Notennamen)

Wir bringen den Schülern zunächst alle zwölf Notennamen bei. Die Schüler lernen:

  • Die Namen der sieben weißen Tasten (A, B/H, C, D, E, F, G).
  • Die Namen der fünf schwarzen Tasten in ihrer doppelten Benennung als Kreuz-Namen und B-Namen (z. B. F$\sharp$/Fis und G$\flat$/Ges).Parallel dazu wird die funktionale Bedeutung der Zeichen geklärt: Das Kreuz ($\sharp$) kennzeichnet eine Erhöhung, das B ($\flat$) kennzeichnet eine Erniedrigung eines Tons.

Schritt 2: Notation als einfache Übertragung

Erst, wenn diese 12 Namen und ihre Funktion beherrscht werden, führen wir die abstrakte Notenschrift ein. Dadurch wird die Notation für die Schüler wesentlich leichter, da sie als visuelles Schema für bereits bekannte Namen empfunden wird. Weil die Schüler die Funktion von Kreuz und B bereits kennen, wird auch die Erklärung des Auflösungszeichens ($\natural$) sofort logisch: Es ist lediglich das visuelle Signal, die zuvor gelernte Erhöhung oder Erniedrigung aufzuheben.